Deutschlands Industrie bereitet sich auf die nächste große Automatisierungswelle vor, indem sie verstärkt auf humanoide Roboter und eine spezialisierte KI-Cloud setzt. Der Halbleiterhersteller Infineon sieht dabei einen enormen Bedarf an KI-Chips, der einem Milliardenmarkt entspricht. Infineons CEO Jochen Hanebeck betont, dass viele der benötigten Mikrochips bereits produziert werden können und das Unternehmen seine Expertise aus der Automobilbranche nutzen möchte, um mit minimalen Zusatzinvestitionen den Markt der KI-gesteuerten humanoiden Roboter zu erobern.

Diese Chips sind das „technologische Rückgrat“ für die komplexe Sensorik, Datenverarbeitung und Motorsteuerung autonomer Systeme. Deutschland verfolgt damit das Ziel, nicht nur Robotersysteme zu bauen, sondern vor allem die "Gehirne" dieser Roboter selbst zu liefern.

Parallel dazu hat die Deutsche Telekom zusammen mit NVIDIA die erste europäische Industrial AI Cloud in München in Betrieb genommen. Symbolisch startete diese spezialisierte Cloud mit einem humanoiden Roboter des Münchner Start-ups Agile Robots. Die Cloud liefert die Hochleistungsrechenkapazität, die für Entwicklung und Einsatz industrieller KI-Anwendungen in Europa nötig ist und schafft damit eine souveräne digitale Infrastruktur als Antwort auf den globalen Wettbewerb insbesondere mit den USA und China.

Die neue EU-KI-Verordnung bringt für Entwickler und Anwender industrielle KI-Systeme weitreichende Pflichten mit sich, insbesondere in den Bereichen Kennzeichnung, Risikoklassen und Dokumentation. Die Industrial AI Cloud bietet dabei eine zentrale Plattform, um diese Anforderungen in der Praxis umzusetzen und unterstützt dadurch europäische Unternehmen bei der rechtssicheren Nutzung von KI.

Neben Großkonzernen arbeitet Deutschland auch mit einem dynamischen Ökosystem aus Forschungseinrichtungen und Start-ups, zum Beispiel dem Berliner Unternehmen Dunia, das Roboterlabore zur Materialforschung nutzt. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Initiativen wie der Robotics Research Action Plan fördern die technologische Souveränität und Innovationskraft Europas.

Obwohl wirtschaftliche Herausforderungen bestehen, setzen etablierte Unternehmen wie BMW und Mercedes verstärkt auf flexible humanoide Roboter, die in bestehenden Fabriken eingesetzt werden können. Damit verfolgt Deutschland eine Weiterentwicklung der Industrie 4.0 zur intelligenten, autonomen Fabrik.

Mit dem Fokus auf KI-Chips, souveräne Cloud-Infrastruktur und humanoide Roboter legt Deutschland somit das Fundament, um die nächste Phase der globalen Automatisierung aktiv mitzugestalten und nicht nur mitzuspielen.

Quelle: https://borncity.com/news/infineon-und-telekom-treiben-deutschlands-roboter-revolution-voran/