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OpenAI-Gerät, Nvidia und Groq, Googles Chips. Was aus den Meldungen vom Januar wurde

Von Henrik Horn · · aktualisiert · 4 Minuten

Was an der ersten Fassung nicht stimmte

Die erste Fassung dieses Beitrags vom Januar 2026 fasste Nachrichten aus einem Video zusammen. Einiges davon war ungenau, manches falsch.

Zum Jahreswechsel kamen drei große Meldungen zusammen. Ein Hardware-Gerät von OpenAI, ein Milliardengeschäft zwischen Nvidia und Groq und Googles eigene KI-Chips. Neun Monate später lässt sich sagen, was davon eingetreten ist. Stand dieser Fassung ist der 22. September 2026.

Zwei Angaben aus der ersten Fassung hielten der Prüfung nicht stand:

  • KI-Agenten arbeiten nicht fünf Stunden allein. Das Institut METR misst, wie lang Aufgaben für menschliche Fachleute dauern, die ein Modell in der Hälfte der Fälle löst. Für Claude Opus 4.5 lag dieser Wert im Dezember 2025 bei knapp fünf Stunden, gemessen an Software-Aufgaben. Bei einer Erfolgsquote von 80 Prozent waren es 27 Minuten. Das ist eine Aussage über Schwierigkeit, nicht über Laufzeit.
  • Meta hat Manus nicht behalten. Die Übernahme für rund zwei Milliarden Dollar wurde im Dezember 2025 angekündigt. Chinesische Behörden ordneten im April 2026 die Rückabwicklung an, im Juni begann Meta, den Betrieb zu trennen.

Weitere Punkte der ersten Fassung, etwa zu Robotern und zur Stromversorgung in Japan, haben wir gestrichen. Sie hatten mit dem Thema nichts zu tun.

Nvidia und Groq. Eine Lizenz, keine Beteiligung

Nvidia hat nicht 20 Milliarden Dollar in Groq investiert. Es hat Technik lizenziert und die Führung übernommen.

Am 24. Dezember 2025 gab Groq eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit Nvidia für seine Inferenz-Technik bekannt. Gründer Jonathan Ross, Präsident Sunny Madra und weitere Beschäftigte wechselten zu Nvidia. Groq bleibt als eigenständige Firma bestehen, sein Cloud-Dienst GroqCloud läuft weiter. Einen Preis nannte Groq nicht. Die rund 20 Milliarden Dollar stammen aus Medienberichten.

Seitdem ist daraus ein Produkt geworden. Auf der Entwicklerkonferenz GTC am 17. März 2026 stellte Nvidia den Groq 3 LPU vor, einen Chip nur für Inferenz, also für das Ausführen fertiger Modelle. Er soll in eigenen Server-Racks neben Nvidias GPUs laufen.

Das OpenAI-Gerät. Kein Stift, und nicht vor 2027

Der Stift mit Kamera war ein Gerücht. Bestätigt ist bis heute nur, dass es noch dauert.

OpenAI hatte im Mai 2025 die Hardware-Firma io von Jony Ive übernommen. Im Januar 2026 kursierten Spekulationen über einen Stift mit Mikrofon und Kamera. Dafür gab es nie eine Bestätigung.

  • Im Februar 2026 erklärte OpenAI in Gerichtsunterlagen, das erste Gerät werde nicht vor Ende Februar 2027 an Kunden ausgeliefert. Den Namen io nutzt es nach einem Markenstreit nicht.
  • Im August 2026 berichtete Bloomberg von einem Lautsprecher ohne Bildschirm für 300 bis 400 Dollar, wahrscheinlich für 2027. OpenAI hat das nicht bestätigt.
  • Die angekündigten neuen Audio-Modelle kamen. Am 8. Juli 2026 stellte OpenAI GPT-Live-1 vor, einen Sprachmodus in ChatGPT, der gleichzeitig zuhören und sprechen kann.

Google und seine TPUs

Einen „Mega-Durchbruch“ konnten wir nicht finden. Belegt ist, dass Googles eigene Chips zum Geschäft mit anderen geworden sind.

Google entwickelt eigene KI-Chips, die Tensor Processing Units. Am 23. Oktober 2025 gaben Google Cloud und Anthropic bekannt, dass Anthropic bis zu einer Million TPUs nutzen wird, mit mehr als einem Gigawatt Rechenleistung ab 2026. Im Februar 2026 berichtete The Information, dass auch Meta TPUs bei Google mietet. Bestätigt ist das nicht.

Damit gibt es neben Nvidia einen zweiten großen Anbieter für KI-Rechenleistung. Für die Preise der Modelle ist das auf Dauer eher gut.

Was davon für Ihre Prozesse zählt

Ehrlich gesagt wenig. Für einen Workflow, der Rechnungen prüft oder Anfragen sortiert, ändert keine dieser Meldungen etwas am nächsten Montag.

Chips und Rechenzentren wirken indirekt. Wenn Inferenz billiger und schneller wird, sinken die Kosten pro Aufruf eines Sprachmodells. Das merken Sie irgendwann auf der Rechnung Ihres Anbieters, nicht in Ihrer Architektur. Ein Gerät von OpenAI betrifft Verbraucher, nicht Ihre Abläufe.

  • Halten Sie das Modell austauschbar. Ein Workflow, der ein Sprachmodell über eine Schnittstelle anspricht, kann den Anbieter wechseln, wenn Preis oder Qualität sich verschieben.
  • Sprachmodelle, die flüssig telefonieren, werden für Terminvergabe und Erstannahme interessant. Testen Sie so etwas mit echten Anrufen, bevor Sie es Kunden zumuten.
  • Der Fall Manus zeigt, dass ein Anbieter über Nacht den Besitzer wechseln kann. Wissen Sie, wo Ihre Daten liegen und wie Sie sie wieder herausbekommen.
Die Faustregel

Schlagzeilen über Chips und Geräte sind für Investoren interessant. Für Ihren Prozess zählt, ob die Daten stimmen, ob der Ablauf klar ist und ob jemand merkt, wenn etwas schiefgeht.

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