HubSpot Marketing Automation 2026. Was sich nach UNBOUND ändert
Von Henrik Horn · · 7 Minuten

Aus INBOUND wird UNBOUND
HubSpot hat seine Hauskonferenz umbenannt und dort laut eigener Aussage die größte Produktrunde seit Jahren gezeigt. Ein großer Teil davon betrifft Marketing Automation.
Vom 16. bis 18. September 2026 fand in Boston die Konferenz statt, die fünfzehn Jahre lang INBOUND hieß. HubSpot nennt sich inzwischen Agentic Customer Platform. Gemeint ist ein CRM, in dem KI-Agenten Arbeit übernehmen, statt nur Texte vorzuschlagen. Die Neuerungen hat HubSpot als „Fall 2026 Spotlight“ veröffentlicht und selbst als seine grundlegendste Produktveröffentlichung bezeichnet.
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Growth Context und Context Home
Eine gemeinsame Wissensschicht über Marke, Produkte, Zielkunden, Team und Kunden. Alle Agenten greifen darauf zu. Context Home zeigt, was HubSpot über das eigene Unternehmen weiß und wo Lücken sind. Laut HubSpot in allen Editionen enthalten.
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Smart CRM
Mails, Anrufe und Meetings sollen sich automatisch erfassen und am Datensatz ablegen lassen. HubSpot formuliert das vorsichtig mit „kann“, nicht als Garantie.
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Breeze Assistant
Der Assistent beantwortet nicht mehr nur Fragen. Er verteilt Aufgaben an spezialisierte Agenten und liefert Kampagnenpläne, Berichte oder Angebote auf Basis der CRM-Daten. Er ist in allen Plänen enthalten, auch im kostenlosen, ohne Aufpreis.
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HubSpot Work
Ein neuer Arbeitsbereich. Sie beschreiben Tabellen, Dokumente, Formulare oder Automationen in normaler Sprache, und HubSpot baut sie. Public Beta, ab Starter.
Marketing Studio und die drei Marketing-Agenten
Für Marketing Automation ist das der Kern der Ankündigungen. Wichtig vorweg ist der Status, denn fast alles davon ist noch Beta.
Marketing Studio ist ein Arbeitsbereich für den ganzen Ablauf einer Kampagne. Er zeigt Chancen, etwa die eigene Sichtbarkeit in KI-Suchen oder schwache Segmente, plant die Kampagne, sammelt Assets auf einer gemeinsamen Fläche und legt die passenden Automationen gleich mit an. Das Studio ist in Public Beta für Marketing Hub Professional und Enterprise. Es selbst kostet derzeit keine Credits, die Agenten darin schon. HubSpot weist allerdings darauf hin, dass Funktionen in Beta später Credits kosten können.
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Campaign Agent
Plant aus einem Ziel eine Kampagne mit Kanälen, Botschaften, Assets, KPIs und Automationen. Beta. Was ein Kampagnenplan in Credits kostet, weist HubSpots Katalog nicht einzeln aus.
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Content Agent
Schreibt Blogbeiträge, Landingpages und Social Posts. Er arbeitet mit Markenstimme und Zielgruppendaten und berücksichtigt Empfehlungen für die KI-Suche. Beta, 1.000 Credits je Inhalt.
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Nurture Agent
Passt jede Mail einer automatisierten Strecke an den einzelnen Empfänger an. Beta, 10 Credits je personalisierter Mail.
Gesteuert werden die drei über den Breeze Assistant. Sie beschreiben, was Sie erreichen wollen, und der Assistent entscheidet, welcher Agent welchen Teil übernimmt.
Workflows rufen jetzt Agenten auf
Wer heute schon Workflows in HubSpot betreibt, sollte diesen Teil genau lesen. Die Workflows ziehen in einen neuen Baukasten um.
Agent Hub und Agent Builder ersetzen die bisherigen Breeze Agents und Breeze Studio. Beide sind seit Juli in Public Beta für Professional und Enterprise. Im Agent Builder bauen Sie eigene Agenten ohne Code. Im Agent Hub laufen sie neben den Workflows.
- Agenten als Schritt im Workflow. Ein Workflow kann an einer Stelle einen Agenten aufrufen und mit dessen Ergebnis weiterlaufen. HubSpot nennt das einen agentischen Schritt.
- Bestehende Workflows umziehen. Geeignete Workflows lassen sich in den neuen Baukasten übertragen, derzeit nur mit Anmeldung zur Beta. Der Schritt ist endgültig, der Versionsverlauf beginnt danach neu.
- Neue Auslöser. Neben Ereignissen im CRM starten Abläufe jetzt auch manuell, nach Zeitplan oder von außen, etwa aus Slack oder per Webhook.
- Kosten vorab prüfen. Vor dem Livegang lässt sich ein eigener Agent testen und sein Verbrauch an Credits schätzen.
- Starter bekommt weniger. Im Starter-Plan gibt es im Agent Hub nur einfache Automationen. Agenten als Schritt im Workflow gibt es ab Professional.
Damit verschiebt sich, was ein Workflow ist. Bisher war er eine feste Kette aus Bedingungen und Aktionen, die sich vollständig nachvollziehen ließ. Mit einem Agenten darin gibt es einen Schritt, dessen Ergebnis von Fall zu Fall anders ausfällt. Das ist nützlich, wo feste Regeln nicht reichen, etwa beim Einordnen freier Anfragen. Es braucht aber eine Prüfung, die es bei festen Regeln nicht brauchte. Wie das in einem Ablauf aussieht, zeigt unser Beispiel vom Formular ins CRM.
Was die Agenten kosten
Die Oberflächen sind kostenlos dabei. Bezahlt wird, was die Agenten tun, in Credits. Wer Nurture personalisiert, sollte vorher rechnen.
- Credits im Monat sind in Professional enthalten, 5.000 in Enterprise, 500 in Starter
- 3.000
- Credits im Monat sind in Professional enthalten, 5.000 in Enterprise, 500 in Starter
- Credits kostet ein Inhalt vom Content Agent
- 1.000
- Credits kostet ein Inhalt vom Content Agent
- Credits kostet eine personalisierte Mail vom Nurture Agent
- 10
- Credits kostet eine personalisierte Mail vom Nurture Agent
HubSpot Product and Services Catalog, abgerufen 05.10.2026. Die enthaltenen Credits verfallen am Monatsende.
Ein Rechenbeispiel. Mit den 3.000 Credits aus Professional lassen sich im Monat 300 personalisierte Mails verschicken oder drei Inhalte schreiben. Und das nur, wenn sonst nichts im Konto Credits verbraucht, denn alle Funktionen teilen sich dasselbe Kontingent. Eine Nurture-Strecke mit fünf Mails an 1.000 neue Kontakte braucht 50.000 Credits, also 47.000 mehr, als enthalten sind. Bei rund einem US-Cent je zugekauftem Credit sind das etwa 470 US-Dollar im Monat. Die Rechnung ist unsere, die Preise sind HubSpots.
Gegen Überraschungen gibt es Grenzen. Sind die enthaltenen Credits aufgebraucht, pausieren die Agenten bis zum Monatswechsel. Wer Credits zukauft, bekommt ein Limit für das Konto, das 50 Prozent über dem Kontingent liegt, dazu lassen sich Grenzen je Werkzeug setzen. Bei 75, 85 und 90 Prozent gehen Warnungen an die Super Admins und die Rechnungskontakte. Geändert hat HubSpot zur Konferenz die Abrechnung von Mehrverbrauch. Wer seit dem 16. September Credits zukauft, zahlt ihn je Credit.
Werbung in ChatGPT und ein Angebot mit OpenAI
Zwei Ankündigungen betreffen nicht die Automation selbst, sondern woher die Kontakte kommen.
HubSpot bindet als erstes CRM ChatGPT Ads direkt an. Kampagnen, Budget, Landingpage, Erfassung der Leads, Aufnahme in Workflows und die Zuordnung zu Deals laufen in HubSpot. Die Integration ist eine Beta, ein Super Admin muss sie freischalten, sie steht in allen Plänen zur Verfügung. Ob sich ChatGPT Ads über HubSpot schon für Kampagnen in Deutschland nutzen lassen, sagen HubSpots Seiten bisher nicht eindeutig. Erweitert hat HubSpot außerdem die Anbindung von Microsoft Advertising und, als Beta, von Reddit Ads.
Mit OpenAI gibt es ein AI Growth Bundle für kleinere Unternehmen. Es bringt bis zu 65 Prozent Rabatt auf Starter-Seats und Credits bei jährlicher Zahlung, 50 Prozent bei monatlicher. Dazu gibt es zwölf Monate lang zu jedem gekauften ChatGPT-Business-Seat einen zweiten gratis. Das Angebot gilt nur für Neukunden ohne bisheriges bezahltes HubSpot-Abo.
Wie belastbar HubSpots Zahlen sind
HubSpot belegt den Nutzen mit großen Faktoren. Wie sie zustande kommen, steht in den Fußnoten.
- mehr MQLs
- 3,6x
- mehr MQLs
- mehr gewonnene Deals
- 3,2x
- mehr gewonnene Deals
- mehr Kampagnen mit Marketing Studio
- 81 %
- mehr Kampagnen mit Marketing Studio
HubSpot, Fall 2026 Spotlight (16.09.2026). Die ersten beiden Werte vergleichen Kunden in Professional und Enterprise, die KI mit gutem Kontext nutzen, mit Kunden, die keine KI nutzen. Die 81 Prozent beziehen sich auf frühe Nutzer.
Das sind keine Vorher-Nachher-Messungen, sondern Vergleiche zweier Gruppen. Wer KI mit gut gepflegten Daten nutzt, hat vermutlich schon vorher sauberer gearbeitet. Die Zahlen zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis. Und mehr Kampagnen sind eine Menge an Aktivität, noch kein Umsatz.
Duncan Lennox, bei HubSpot für Produkt und Technik verantwortlich, sagt dazu in der Pressemitteilung, hier übersetzt, „Wir hören jeden Tag von Kunden, dass sie nicht darüber nachdenken wollen, welche KI-Werkzeuge sie nutzen. Sie wollen einfach Ergebnisse.“
Unsere Einordnung
Die Agenten sind nur so gut wie die Daten, die sie lesen. Das sagt HubSpot selbst, und es ist der Teil, den kein Update erledigt.
- Kampagnen planen und Entwürfe schreiben
- Mails je Empfänger anpassen
- Automationen zur Kampagne anlegen
- Gespräche und Mails am Kontakt ablegen
- Zielkunden, Angebot und Tonalität sauber beschreiben
- Datenqualität im CRM halten
- Entscheiden, wo ein Agent im Ablauf sitzen darf
- Systeme außerhalb von HubSpot anbinden
Der letzte Punkt wird oft übersehen. HubSpots Agenten arbeiten mit dem, was in HubSpot liegt. Kommen Bestellungen aus dem ERP, Verträge aus einem anderen System oder Leads aus einem Formular ohne Anbindung, sieht der Agent sie nicht. Dann entscheidet die Anbindung über die Qualität, nicht der Agent.
- Beta als Beta behandeln. Marketing Studio, die drei Marketing-Agenten, Agent Builder und ChatGPT Ads können sich noch ändern. Einen laufenden Ablauf, an dem Umsatz hängt, stellen Sie darauf noch nicht um.
- Context Home zuerst. Bevor ein Agent Inhalte schreibt, prüfen, was HubSpot über Angebot, Zielkunden und Tonalität weiß. Was dort fehlt, fehlt in jedem Text.
- Credits budgetieren. Grenzen je Werkzeug setzen, bevor der Nurture Agent an eine große Liste geht.
- Workflows nicht blind umziehen. Der Umzug ist endgültig. Erst einen unkritischen Workflow übertragen, eine Weile laufen lassen und dann entscheiden.
- Datenschutz klären. Wo verarbeitet wird, nennt HubSpot je KI-Anbieter, nicht je Agent. Wie gut die neuen Agenten auf Deutsch arbeiten, dokumentiert HubSpot bisher nicht. Beides vor dem Einsatz mit personenbezogenen Daten prüfen.
Wer HubSpot einführt oder bestehende Abläufe auf den neuen Stand bringen will, findet im Steckbrief zu HubSpot und auf unserer Seite zur Marketing Automation, wie wir dabei vorgehen.
Diese Einordnung ist Stand 5. Oktober 2026. Status und Preise ändern sich bei HubSpot laufend.
Quellen
- 1HubSpot, Fall 2026 Spotlight (16.09.2026)
- 2HubSpot, HubSpot and OpenAI deepen partnership (16.09.2026)
- 3HubSpot, One letter, fifteen years of evolution. Meet UNBOUND
- 4HubSpot, Spotlight-Übersicht
- 5HubSpot, Marketing Studio
- 6HubSpot, Meet Agent Hub and Agent Builder (23.07.2026)
- 7HubSpot, Product and Services Catalog (Credits)
- 8HubSpot Knowledge Base, HubSpot Credits und Abrechnung
- 9HubSpot Knowledge Base, Workflows im Agent Hub anlegen
- 10HubSpot Knowledge Base, Workflows in den Agent Hub übertragen
- 11HubSpot Knowledge Base, Agenten aus Workflows starten
- 12HubSpot Knowledge Base, ChatGPT Ads in HubSpot verbinden
- 13HubSpot, AI Growth Bundle
- 14HubSpot Knowledge Base, KI-Infrastruktur und Datenhaltung




