Trump gegen die KI-Gesetze der Bundesstaaten. Der Stand im September 2026
Von Henrik Horn · · aktualisiert · 3 Minuten

Was das Dekret tut und was nicht
Am 11. Dezember 2025 unterzeichnete Donald Trump die Executive Order 14365. Sie hebt keine Gesetze auf. Sie schafft Werkzeuge, um sie anzugreifen.
Die Anordnung heißt „Ensuring a National Policy Framework for Artificial Intelligence“. Ihr Ziel ist ein einheitlicher, möglichst schlanker Rahmen für KI in den USA statt vieler Gesetze der einzelnen Bundesstaaten. In unserer ersten Fassung stand, das Dekret setze Regeln der Bundesstaaten außer Kraft. Das war falsch. Ein Dekret kann das nicht, dafür braucht es ein Gesetz des Kongresses oder ein Gericht.
- Das Justizministerium soll eine Task Force bilden, die gegen KI-Gesetze der Bundesstaaten klagt.
- Das Handelsministerium soll Gesetze benennen, die die Regierung für zu belastend hält.
- Bundesstaaten mit solchen Gesetzen sollen bestimmte Fördermittel für den Breitbandausbau verlieren.
- Die Regierung soll dem Kongress einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Gesetze der Bundesstaaten verdrängt, mit Ausnahmen etwa für den Kinderschutz.
Was seitdem passiert ist
Viel Bewegung, aber noch keine Entscheidung.
- 1
Januar 2026
Das Justizministerium richtet am 9. Januar die AI Litigation Task Force ein.
- 2
März 2026
Das Weiße Haus legt am 20. März einen Rahmen für ein Bundesgesetz vor. Laut der Kanzlei Sullivan & Cromwell ist er eine Empfehlung an den Kongress, nicht bindend.
- 3
April 2026
Das Justizministerium tritt am 24. April einer Klage von xAI gegen das KI-Gesetz von Colorado bei. Es ist das erste Mal, dass es sich in ein solches Verfahren einschaltet. Die Durchsetzung des Gesetzes ist seit dem 27. April vorläufig ausgesetzt.
- 4
Sommer 2026
Colorado hat sein Gesetz laut TechPolicy.Press deutlich abgeschwächt. Die Bundesstaaten machen trotzdem weiter. Bis zum 1. Juli 2026 haben 29 Staaten zusammen 109 KI-Gesetze verabschiedet.
Ein Bundesgesetz, das die Regeln der Bundesstaaten verdrängt, gibt es im September 2026 nicht.
Was das für europäische Unternehmen heißt
Wenig. Das sagen wir so deutlich, weil viele Meldungen anderes nahelegen.
Wer in der EU KI einsetzt, richtet sich nach dem EU AI Act und der DSGVO. Daran ändert kein US-Dekret etwas. Auch wer Modelle amerikanischer Anbieter über eine API nutzt, ist davon nicht direkt betroffen. Maßgeblich bleiben der Vertrag mit dem Anbieter und das europäische Recht.
Relevant wird der Streit nur für Unternehmen, die KI-Produkte in den USA anbieten. Wer dort etwa ein Werkzeug für Bewerbungsverfahren verkauft, muss beobachten, welche Gesetze der Bundesstaaten am Ende gelten. Das ist im Moment ein bewegliches Ziel. Für alle anderen ist das Thema eine Beobachtung am Rand, kein Anlass zum Handeln.
Quellen
- 1The White House, Ensuring a National Policy Framework for Artificial Intelligence
- 2US Department of Justice, Memo zur AI Litigation Task Force, 9. Januar 2026
- 3Sullivan & Cromwell, White House Releases National Policy Framework on AI
- 4US Department of Justice, Intervention in xAI Lawsuit Challenging Colorado Law
- 5Norton Rose Fulbright, Enforcement of Colorado’s AI Act suspended
- 6TechPolicy.Press, Where State AI Legislation Stands Half Way Into 2026




