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Humanoide Roboter bei BMW. Was die Piloten zeigen und was nicht

Von Henrik Horn · · aktualisiert · 3 Minuten

Worum es geht

Im März 2026 berichteten Fachmedien über humanoide Roboter in der Autoproduktion. Gemeint war vor allem BMW.

BMW hat am 27. Februar 2026 angekündigt, als erstes Unternehmen humanoide Roboter in einer deutschen Produktion einzusetzen. Im Werk Leipzig testet BMW dafür AEON, einen Roboter von Hexagon Robotics aus Zürich. Er hat einen menschenähnlichen Oberkörper, fährt auf Rädern und kann verschiedene Greifer und Scanner aufnehmen. Laut BMW lief ein erster Test im Dezember 2025, ein Integrationstest ab April 2026, die Pilotphase ist für Sommer 2026 angesetzt. AEON soll bei der Montage von Hochvoltbatterien und in der Komponentenfertigung helfen.

Dazu hat BMW ein „Center of Competence for Physical AI in Production“ gegründet. Es soll Technologiepartner bewerten und Lösungen auf andere Werke übertragen. Belastbare Ergebnisse aus Leipzig lagen bei unserer Recherche im September 2026 noch nicht öffentlich vor.

Was der erste Pilot in den USA gezeigt hat

Mehr Zahlen gibt es aus dem Werk Spartanburg. Dort arbeitete ein Roboter von Figure AI rund elf Monate mit.

Die Aufgabe war eng umrissen. Der Roboter Figure 02 nahm Blechteile aus Behältern und legte sie millimetergenau in Vorrichtungen für den Schweißprozess. Laut Figure AI waren dafür 37 Sekunden Ladezeit in einem Takt von 84 Sekunden vorgegeben und mehr als 99 Prozent fehlerfreie Platzierungen gefordert.

Betriebsstunden in rund elf Monaten
1.250+
Betriebsstunden in rund elf Monaten
bewegte Blechteile
90.000+
bewegte Blechteile
BMW X3, an deren Produktion er beteiligt war
30.000+
BMW X3, an deren Produktion er beteiligt war

Figure AI, 19.11.2025, und BMW Group.

Die Zahlen klingen groß, der Rahmen ist klein. Es war eine einzelne Station mit einer einzigen Handgriff-Aufgabe, Montag bis Freitag in einer Zehn-Stunden-Schicht. Laut Figure dauerte es sechs Monate bis zur Inbetriebnahme und zehn Monate bis zu vollen Schichten. Der Unterarm war die häufigste Fehlerquelle der Hardware. Figure hat die Elektronik im Handgelenk für das Nachfolgemodell deshalb neu gebaut.

Was humanoide Roboter heute können

Ein humanoider Roboter ist heute kein Allrounder. Er ist ein Spezialist in einer Hülle, die in eine Halle für Menschen passt.

Der Vorteil der Menschengestalt ist, dass die Fabrik nicht umgebaut werden muss. Der Roboter greift in dieselben Behälter und erreicht dieselben Stellen wie ein Mensch. Gelernt wird eine Aufgabe nach der anderen. Laut BMW werden Bewegungsabläufe im Labor trainiert und dann in den Schichtbetrieb übertragen. Von einem Roboter, der flexibel zwischen beliebigen Aufgaben wechselt, sind die Piloten weit entfernt. Sie zeigen, dass eine klar definierte Aufgabe verlässlich laufen kann, nicht mehr.

Wie es oft erzählt wird
  • Roboter übernehmen ganze Arbeitsplätze
  • Sie passen sich jeder Situation an
  • Einsatzbereit ab Lieferung
Was die Piloten belegen
  • Ein Roboter übernimmt einen einzelnen, wiederkehrenden Handgriff
  • Takt, Teile und Genauigkeit sind vorher festgelegt
  • Monate bis zum stabilen Betrieb, mit Hardware-Nacharbeit

Was ein Büro davon lernen kann

Die meisten Unternehmen kaufen nie einen Roboter. Die Arbeitsweise hinter diesen Piloten lässt sich trotzdem übertragen.

  1. 1

    Eine Aufgabe, genau beschrieben

    BMW hat nicht die Fabrik automatisiert, sondern einen Handgriff mit festen Vorgaben. Im Büro ist das ein Schritt wie „Eingangsrechnung auslesen und im Buchhaltungssystem anlegen“, nicht „die Buchhaltung automatisieren“.

  2. 2

    Messbar vor dem Start

    Takt und Fehlerquote standen vorher fest. Wer einen Workflow plant, sollte ebenso vorher festlegen, wie viele Fälle er schaffen muss und welche Fehler tragbar sind. Wie man das rechnet, steht in Business Case vor dem Bau.

  3. 3

    Menschen bleiben im Ablauf

    BMW beschreibt die Rolle der Mitarbeitenden als Qualitätssicherung und Prozessverbesserung. Das gilt für Software genauso. Ein Workflow bereitet vor, ein Mensch prüft die Ausnahmen.

  4. 4

    Mit Anlaufzeit rechnen

    Zehn Monate bis zu vollen Schichten zeigen, wie lang ein Anlauf dauern kann. Software ist schneller, aber auch ein Workflow braucht einige Wochen im echten Betrieb, bis die Sonderfälle bekannt sind.

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